Wie das Trinkwasser zu uns kommt

 

Wasserwerker Analyse bearbeitet

 „Panta rhei“, alles fließt, wusste schon Heraklit. In Blaichach fließt das klare, kühle Trinkwasser in gleichbleibend hoher Qualität durch ca. 70 Kilometer Leitungsnetz beständig zu uns in Wohnungen und Häuser. Wir denken darüber nicht so viel nach, glücklich wie wir sein dürfen. Trinkwasser ist eins der best überwachten Lebensmittel in Deutschland. Doch wie intensiv sich um unsere Wasserqualität gesorgt wird, dass habe ich erst erfahren, als mich Florian Klass mit auf seine wöchentliche Wasserrunde nimmt. Der „Wassermann“ kümmert sich als Wasserwerker vor Ort und am Computer um die Blaichacher Wasserversorgung. Wassermeister Gerhard Preis und er verantworten den möglichst störungsfreien Durchfluss bis zum Endkunden.

Freitagmorgen starten wir um 8 Uhr am Bauhof. Der Computer zeigt schon mal keinerlei Störung an den Hochbehältern an. Erfreulich. Wir fahren zunächst nach Ettensberg. Dort schließt Klass das Tor zum gesicherten Hochbehälter auf, überprüft die Zaunanlage und schließt die Tür auf. Ein Alarm ertönt, der auch in der Leitstelle eingeht. Nur wenn dieser quittiert wird, weiß der Kollege in der Leitstelle, es ist alles in Ordnung und kein fremder Eindringling am Werk. Nun stehen die Überprüfungen der Wasserbecken und diverse Checks und Wasserproben an. Augenscheinlich ist alles in Ordnung. Das Wasser wartet ruhig auf seinen Einsatz. Akribisch werden die Analyseergebnisse in Tabellen geschrieben. Abweichungen und Veränderungen fallen so schnell auf. Weiter geht es zum Reutteweg und nach Gunzesried. Die Handgriffe wiederholen sich: Koffer auf, Analysegeräte heraus, Wasserproben nehmen, abgleichen, Werte notieren. In Gunzesried ist die Zufahrt so schmal und steil, dass die Männer im Winter zu Fuß gehen müssen. Platz zum Drehen des Fahrzeugs gibt es auch nicht. Danach geht es nach Gunzesried Säge zu den Quellen aus denen die Blaichacher ihr Trinkwasser beziehen. Eine unscheinbare Hütte ist auf dem umzäunten Gelände über der Quellschüttung platziert. Im Inneren befindet sich neben den Geräten auch eine Leiter, die zu den Quellen hinabführt. Ehrfürchtig klettere ich mit Florian Klass hinunter. Aus sechs Rohren sprudelt das kühle Nass in gekachelte Becken, eins ist gerade außer Betrieb, da sie regelmäßig vom Sand gereinigt werden. Das Nagelfluhgestein ist „abgabereich“, das Wasser enthält also viele Mineralien. Hier befindet sich auch die Vorrichtung, mit der das Trinkwasser gechlort wird. „Eine Chlorung muss definitiv im Rohwasser stattfinden, um wirklich ein einwandfreies hygienisches und vor allem kein gesundheitsgefährdendes Lebensmittel in den Umlauf zu bringen“, erklärt der Wasserwerker. „Erst wenn das Chlor reagiert“, klärt mich der Fachmann auf, „fängt es an zu riechen“. Manchmal sind veraltete Hausanschlüsse die Ursache. Auf der ganzen Tour bemerke ich von diesem Chlorgeruch nichts, das Wasser riecht ganz neutral. Wir fahren weiter nach Seifriedsberg. Das gesamte Hochbehältersystem bildet einen Ring und der Seifriedsberger Behälter ist mit einem Pumpsystem ausgestattet, das im Falle eines Problems an Quellen oder dem Gunzesrieder Hochbehälter auch Fernwasser nach Gunzesried pumpen kann, eine doppelte Absicherung für das Tal. Blaichach bezieht auch Fernwasser, da die Quellschüttung in Ortwang mangels Tiefe aus Sicherheitsgründen nicht mehr genutzt werden darf. Neben den wöchentlichen Runden gibt es monatliche Checks, bei denen Großabnehmer wie Bosch und die Wäscherei überprüft werden. Einmal im Jahr werden alle Behälter gereinigt. Sind die Analyseergebnisse von unabhängigen Instituten okay, gehen die Anlagen wieder in Betrieb.

Das Blaichacher Wassernetz ist anfällig für Rohrbrüche. Um diesen früh auf die Spur zu kommen, werden sogenannte „Logger“ eingesetzt. Diese überprüfen Leitungsabschnitte auf Vibrationen und melden Unregelmäßigkeiten. Das Team ist 365 Tage und Nächte zur Versorgungssicherheit im Einsatz. Wer die freitägliche Wasserrunde dreht, der hat auch am Wochenende Bereitschaft. Bei Rohrbrüchen wird schnell gehandelt, um Unannehmlichkeiten für die Betroffenen klein zu halten.
Mittags kehren wir zur Leitzentrale im Bauhof zurück. Mit dem guten Gefühl, dass sich kompetente Menschen intensiv um unser Trinkwasser kümmern, fülle ich mir zuhause ein großes Glas Wasser aus dem Hahn, wie ich das immer tue, jetzt sogar noch lieber.

(Eine Reportage von Petra Tibken)

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